Dieser Text richtet sich an Menschen, die mit Psoriasis leben und am Arbeitsplatz stehen, sowie an Arbeitgeber und Personalverantwortliche. Er beleuchtet die Herausforderungen, die sich aus Psoriasis im beruflichen Umfeld ergeben können, und bietet umfassende Informationen zu Offenheit, deinen Rechten und effektiven Strategien zum Schutz vor Diskriminierung.
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zum Angebot »Psoriasis am Arbeitsplatz: Die Realität und deine Rechte
Psoriasis ist mehr als nur eine Hauterkrankung; sie kann erhebliche Auswirkungen auf dein tägliches Leben, einschließlich deiner beruflichen Tätigkeit, haben. Die sichtbaren Symptome wie rote, schuppende Hautstellen, insbesondere an Händen, Gesicht oder Armen, können bei dir oder deinen Kollegen Unsicherheiten und Unsichtbarkeit hervorrufen. Doch es ist wichtig zu wissen, dass du mit Psoriasis keineswegs allein bist und dass es klare rechtliche Rahmenbedingungen gibt, die dich schützen.
Am Arbeitsplatz kann Psoriasis eine Reihe von Herausforderungen mit sich bringen:
- Sichtbarkeit der Symptome: Hautveränderungen können auffällig sein und zu neugierigen Blicken oder unangenehmen Fragen führen.
- Körperliche Beeinträchtigungen: In manchen Fällen kann Psoriasis zu Gelenkschmerzen (Psoriasis-Arthritis) führen, die körperlich anstrengende Tätigkeiten erschweren.
- Psychische Belastung: Die ständige Sorge vor Stigmatisierung, die Unsicherheit über die Reaktionen anderer und die physischen Beschwerden können eine erhebliche psychische Belastung darstellen.
- Mögliche Fehlzeiten: Schübe können zu Arbeitsausfällen führen, was sowohl für dich als auch für deinen Arbeitgeber eine Herausforderung sein kann.
In Deutschland schützt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) Menschen vor Diskriminierung aufgrund verschiedener Merkmale, darunter auch chronische Krankheiten wie Psoriasis. Dies bedeutet, dass dein Arbeitgeber dich nicht benachteiligen darf, weil du an Psoriasis leidest. Das AGG gilt für alle Phasen des Arbeitsverhältnisses, von der Stellenausschreibung und Bewerbung über die Arbeitsbedingungen bis hin zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses.
Deine Rechte umfassen:
- Recht auf Nichtdiskriminierung: Dein Arbeitgeber darf dich aufgrund deiner Psoriasis nicht schlechter behandeln als andere Arbeitnehmer ohne diese Erkrankung. Dies betrifft insbesondere Einstellungen, Beförderungen, Gehalt und die Zuweisung von Aufgaben.
- Recht auf angemessene Vorkehrungen: In vielen Fällen kann es notwendig sein, dass der Arbeitgeber an deinen Arbeitsplatz angepasste Maßnahmen ergreift, um dir die Ausübung deiner Tätigkeit zu ermöglichen. Dies kann beispielsweise eine Anpassung des Arbeitsplatzes, flexible Arbeitszeiten oder eine Reduzierung bestimmter Belastungen umfassen. Hierzu berät auch die Agentur für Arbeit oder die Integrationsämter.
- Recht auf Vertraulichkeit: Deine Krankheitsdaten sind grundsätzlich vertraulich und dürfen von deinem Arbeitgeber nicht ohne deine Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.
- Recht auf Einsicht in deine Personalakte: Du hast das Recht, jederzeit Einsicht in deine Personalakte zu nehmen.
Offenheit am Arbeitsplatz: Eine Strategie mit vielen Facetten
Die Entscheidung, ob und wie du deine Psoriasis am Arbeitsplatz thematisierst, ist eine sehr persönliche. Es gibt keine allgemeingültige Antwort, und was für den einen funktioniert, mag für den anderen nicht passen. Dennoch kann eine bewusste und strategische Offenheit viele Vorteile mit sich bringen und dir helfen, ein unterstützendes Arbeitsumfeld zu schaffen.
Vorteile von Offenheit:
- Verständnis schaffen: Wenn deine Kollegen und Vorgesetzten über deine Erkrankung informiert sind, können sie die Ursachen deiner Symptome besser verstehen. Dies kann Vorurteile abbauen und Mitgefühl fördern.
- Missverständnisse vermeiden: Wenn du beispielsweise an einem Schub leidest und dich müde fühlst oder kurzfristig eine andere Kleidung tragen musst, kann Offenheit dazu beitragen, dass diese Verhaltensänderungen nicht falsch interpretiert werden.
- Unterstützung erhalten: Wenn deine Kollegen und dein Arbeitgeber über deine Situation Bescheid wissen, sind sie möglicherweise eher bereit, dich zu unterstützen – sei es durch Verständnis bei kurzfristigen Einschränkungen oder durch die Akzeptanz von Anpassungen deines Arbeitsplatzes.
- Reduzierung von Stress: Das ständige Verbergen deiner Erkrankung kann enormen Stress verursachen. Offenheit kann diese Last reduzieren und dir ermöglichen, dich besser auf deine Arbeit zu konzentrieren.
- Prävention von Mobbing und Ausgrenzung: Wenn das Thema offen angesprochen wird, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass Gerüchte entstehen oder du zur Zielscheibe von Spott oder Ausgrenzung wirst.
Strategien für den Umgang mit Offenheit:
- Wähle den richtigen Zeitpunkt und Ansprechpartner: Überlege dir gut, wann und wem du von deiner Psoriasis erzählst. Oft ist es sinnvoll, dies zuerst dem direkten Vorgesetzten oder der Personalabteilung mitzuteilen.
- Bereite dich vor: Überlege dir im Voraus, was du sagen möchtest. Halte es kurz, sachlich und informativ. Konzentriere dich auf die Auswirkungen, die deine Psoriasis auf deine Arbeit haben könnte (z.B. Bedarf an Pausen, bestimmte Hautpflegezeiten), und nicht auf medizinische Details, es sei denn, diese sind relevant.
- Fokussiere dich auf Lösungen: Statt nur Probleme zu benennen, präsentiere auch Lösungsansätze. Wenn du beispielsweise an einem Schub mit juckenden Händen leidest, könntest du vorschlagen, dass du zwischendurch eine Handcreme auftragen musst oder für kurze Zeit eine entspanntere Tätigkeit übernimmst.
- Kenne deine Rechte: Informiere dich über deine Rechte gemäß dem AGG und eventuell bestehende betriebliche Vereinbarungen. Dies gibt dir Sicherheit und stärkt deine Position.
- Betrachte deine Kollegen: Überlege, wie deine Kollegen auf die Information reagieren könnten. Eine offene und freundliche Haltung kann oft positive Reaktionen hervorrufen.
- Diskretion ist wichtig: Du bist nicht verpflichtet, jedem Kollegen deine detaillierte Krankengeschichte zu erzählen. Wähle, mit wem du dich wie offen austauschen möchtest.
- Informationsmaterial bereithalten: In manchen Fällen kann es hilfreich sein, kurze, verständliche Informationsbroschüren über Psoriasis bereitzuhalten, die du Kollegen oder Vorgesetzten anbieten kannst, wenn sie mehr wissen möchten.
Es ist wichtig zu betonen, dass Offenheit niemals eine Verpflichtung ist. Deine Gesundheit ist privat, und du entscheidest, wer welche Informationen erhält. Aber im richtigen Moment und mit der richtigen Strategie kann Offenheit zu einem positiveren und unterstützenderen Arbeitsumfeld führen.
Schutz vor Diskriminierung: Deine rechtlichen und praktischen Werkzeuge
Diskriminierung am Arbeitsplatz aufgrund einer chronischen Erkrankung wie Psoriasis ist nicht nur unfair, sondern auch illegal. Du hast das Recht auf ein faires und respektvolles Arbeitsumfeld, unabhängig von deiner gesundheitlichen Situation. Um dich effektiv zu schützen, ist es wichtig, deine Rechte zu kennen und zu wissen, welche Schritte du im Falle von Diskriminierung unternehmen kannst.
Arten der Diskriminierung, auf die du achten solltest:
- Benachteiligung bei Einstellung oder Beförderung: Wenn dir eine Stelle verwehrt wird oder du bei einer Beförderung übergangen wirst, obwohl du qualifiziert bist, und dies auf deine Psoriasis zurückzuführen ist.
- Ungleichbehandlung bei Arbeitsbedingungen: Wenn du schlechtere Aufgaben erhältst, weniger Lohn bekommst oder andere benachteiligende Bedingungen erfahren musst als deine Kollegen ohne Psoriasis.
- Schikane oder Belästigung: Wenn du aufgrund deiner Psoriasis verspottet, ausgegrenzt oder belästigt wirst.
- Diskriminierung bei Kündigung: Wenn deine Kündigung im Zusammenhang mit deiner Krankheit steht und nicht durch sachliche Gründe gerechtfertigt ist.
Was du tun kannst, um dich zu schützen:
- Dokumentation: Halte alle Vorfälle fest, die du als diskriminierend empfindest. Notiere Datum, Uhrzeit, Ort, beteiligte Personen, was genau gesagt oder getan wurde und wie du dich dabei gefühlt hast. Sammle auch relevante E-Mails, Briefe oder andere Beweismittel.
- Spreche mit deinem Vorgesetzten oder der Personalabteilung: Oftmals lassen sich Missverständnisse oder unerwünschte Verhaltensweisen im direkten Gespräch klären. Formuliere deine Bedenken sachlich und konstruktiv.
- Hole dir Unterstützung von Gleichstellungbeauftragten oder dem Betriebsrat: Wenn in deinem Unternehmen ein Betriebsrat oder eine Gleichstellungsbeauftragte existiert, sind dies wichtige Ansprechpartner, die dich unterstützen und vermitteln können.
- Informiere dich über deine Rechte: Mach dich mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und den Bestimmungen zum Schutz von Menschen mit Behinderungen vertraut. Die Schwerbehindertenvertretung in deinem Betrieb oder die Bundesagentur für Arbeit können hier wertvolle Informationen liefern.
- Suche professionelle Hilfe: Wenn eine direkte Klärung nicht möglich ist oder die Situation eskaliert, solltest du rechtlichen Rat einholen. Anwälte für Arbeitsrecht oder spezialisierte Beratungsstellen können dir helfen, deine weiteren Schritte zu planen.
- Fristen beachten: Beachte, dass für Ansprüche nach dem AGG Fristen gelten. Informiere dich über diese Fristen, damit du deine Rechte nicht verlierst.
- Gesundheitszeugnis: In manchen Fällen kann ein ärztliches Attest deine Situation untermauern, insbesondere wenn es um die Notwendigkeit von Anpassungen am Arbeitsplatz geht.
Übersicht zu Psoriasis am Arbeitsplatz
| Themenbereich | Relevanz für Psoriasis-Betroffene | Deine Rechte und Handlungsmöglichkeiten | Strategien für den Umgang |
|---|---|---|---|
| Gesundheitliche Auswirkungen | Sichtbare Hautveränderungen, Gelenkschmerzen (Psoriasis-Arthritis), Fatigue, psychische Belastung. | Recht auf Krankschreibung bei Schüben, Notwendigkeit der Einhaltung von ärztlichen Anweisungen. | Offene Kommunikation über Einschränkungen, ggf. Antrag auf Anpassung des Arbeitsplatzes. |
| Rechtlicher Schutz | Potenzial für Diskriminierung und Benachteiligung. | Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG), Antidiskriminierungsstellen, Betriebsrat, Schwerbehindertenvertretung. | Dokumentation von Vorfällen, sachliche Auseinandersetzung, rechtliche Beratung. |
| Offenheit und Kommunikation | Entscheidung, ob und wie die Krankheit kommuniziert wird. | Recht auf Vertraulichkeit, keine Pflicht zur Offenlegung. | Strategische Wahl von Zeitpunkt und Ansprechpartner, Fokussierung auf Lösungen, Vorbereitung auf Gespräche. |
| Arbeitsplatzgestaltung | Notwendigkeit möglicher Anpassungen (z.B. Bürostuhl, Arbeitszeiten, Pausen). | Recht auf angemessene Vorkehrungen (je nach Schweregrad und individueller Situation), Unterstützung durch Integrationsämter. | Konkrete Vorschläge zur Anpassung unterbreiten, Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber suchen. |
| Psychische Gesundheit | Umgang mit Stigmatisierung, Stress und dem Gefühl der Andersartigkeit. | Recht auf ein diskriminierungsfreies Umfeld. | Suche nach Unterstützung (Kollegen, Freunde, Familie, professionelle Hilfe), Stressbewältigungsstrategien, Stärkung des Selbstbewusstseins. |
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Psoriasis am Arbeitsplatz: Offenheit, Rechte und Schutz vor Diskriminierung
Muss ich meinem Arbeitgeber von meiner Psoriasis erzählen?
Nein, du bist nicht gesetzlich verpflichtet, deinen Arbeitgeber über deine Psoriasis zu informieren. Deine Krankheit ist ein persönlicher Gesundheitszustand. Die Entscheidung, ob und wem du etwas erzählst, liegt ganz bei dir. Oftmals kann Offenheit jedoch das Verständnis fördern und dir helfen, Unterstützung zu erhalten, aber es ist deine persönliche Wahl.
Welche Rechte habe ich, wenn ich am Arbeitsplatz diskriminiert werde?
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schützt dich vor Diskriminierung aufgrund deiner Krankheit. Du hast das Recht auf Gleichbehandlung, das heißt, du darfst nicht aufgrund deiner Psoriasis schlechter gestellt werden als deine Kollegen. Wenn du diskriminiert wirst, solltest du die Vorfälle dokumentieren und dich an deinen Vorgesetzten, die Personalabteilung, den Betriebsrat oder eine Antidiskriminierungsstelle wenden. Du kannst auch rechtlichen Rat einholen.
Kann mein Arbeitgeber mir aufgrund meiner Psoriasis kündigen?
Eine Kündigung allein aufgrund deiner Psoriasis ist in der Regel nicht rechtens, insbesondere wenn deine Krankheit deine Arbeitsfähigkeit nicht wesentlich beeinträchtigt und keine betriebsbedingten Gründe vorliegen. Das AGG schützt dich vor diskriminierender Kündigung. Eine Kündigung kann nur dann wirksam sein, wenn sie durch objektive, nachvollziehbare Gründe (z.B. gravierende und dauerhafte Arbeitsunfähigkeit, die nicht durch Anpassungen behoben werden kann) gerechtfertigt ist.
Was sind „angemessene Vorkehrungen“ im Sinne des AGG für Menschen mit Psoriasis?
Angemessene Vorkehrungen sind Maßnahmen, die deinem Arbeitgeber zugemutet werden können, um dir die Ausübung deiner Tätigkeit zu ermöglichen. Bei Psoriasis könnten dies beispielsweise Anpassungen des Arbeitsplatzes sein (ergonomischer Stuhl, spezielle Beleuchtung), flexible Arbeitszeiten für Arztbesuche oder Behandlungspausen, oder eine Reduzierung von Tätigkeiten, die deine Haut stark belasten. Die Angemessenheit hängt von der Art der Erkrankung, deiner individuellen Situation und der Größe des Unternehmens ab.
Wie kann ich am besten mit neugierigen Kollegen umgehen?
Der Umgang mit Neugier ist oft eine Frage der persönlichen Strategie. Du kannst entscheiden, wie viel du preisgeben möchtest. Eine kurze, sachliche Antwort wie „Ich habe eine Hauterkrankung, die manchmal etwas Pflege benötigt“ kann oft ausreichen, um das Thema zu beenden, ohne zu viele Details preiszugeben. Du kannst auch mit Humor reagieren oder die Frage höflich übergehen. Wenn die Neugier in Belästigung übergeht, solltest du dies dokumentieren und entsprechend handeln.
Gibt es spezielle Unterstützungsmöglichkeiten für Arbeitnehmer mit Psoriasis?
Ja, es gibt verschiedene Unterstützungsangebote. Die Agentur für Arbeit und die Integrationsämter können bei der Beantragung von Hilfen zur Arbeitsplatzgestaltung oder bei der Vermittlung in eine passende Anstellung unterstützen. Der Betriebsrat oder die Schwerbehindertenvertretung in deinem Unternehmen sind ebenfalls wichtige Anlaufstellen. Auch Selbsthilfegruppen und Fachverbände für Psoriasis können wertvolle Informationen und emotionalen Beistand bieten.
Wie wirkt sich Psoriasis-Arthritis auf die Arbeit aus und welche Rechte habe ich dann?
Psoriasis-Arthritis kann zu Gelenkschmerzen, Steifheit und eingeschränkter Beweglichkeit führen, was körperlich anstrengende Tätigkeiten erschwert. Du hast das Recht, dass dein Arbeitgeber dies berücksichtigt und gegebenenfalls Anpassungen vornimmt, um dir die Ausübung deiner Tätigkeit zu ermöglichen. Dies kann beispielsweise durch eine Anpassung des Arbeitsplatzes, die Reduzierung von schwerer körperlicher Arbeit oder flexible Pausenzeiten geschehen. Ein ärztliches Attest ist hier oft hilfreich, um die Notwendigkeit dieser Anpassungen zu belegen.