Welche Creme hilft bei Psoriasis?

Welche Creme hilft bei Psoriasis?

Du suchst nach der besten Creme gegen Psoriasis? Dieser Text richtet sich an Menschen, die unter den Symptomen der Schuppenflechte leiden und nach wirksamen topischen Behandlungsoptionen suchen. Hier erfährst du, welche Inhaltsstoffe und Produkte dir Linderung verschaffen können und worauf du bei der Auswahl achten solltest.

Das sind die beliebtesten Psoriasis Mittel Produkte

Welche Creme hilft bei Psoriasis? Die wichtigsten Wirkstoffe und ihre Einsatzgebiete

Die Suche nach der richtigen Psoriasis-Creme kann überwältigend sein, da die Auswahl riesig ist und die Wirksamkeit von Person zu Person variiert. Grundsätzlich zielen Cremes und Salben bei Psoriasis darauf ab, die Entzündung zu reduzieren, die Zellteilung zu verlangsamen und die Hautbarriere zu stärken. Die Wahl der optimalen Creme hängt stark von der Schwere und dem Stadium deiner Erkrankung, der betroffenen Körperregion und deinem individuellen Hauttyp ab. Im Folgenden stellen wir dir die wirksamsten Wirkstoffe vor, die in Psoriasis-Cremes zum Einsatz kommen.

Kortikosteroide (Cortison-Präparate)

Kortikosteroide sind eine der am häufigsten verschriebenen Behandlungen für Psoriasis und gehören zur Gruppe der Glukokortikoide. Sie wirken entzündungshemmend und juckreizstillend, indem sie die Freisetzung von Entzündungsmediatoren im Körper unterdrücken. Sie sind besonders wirksam bei entzündlichen Formen der Psoriasis und können schnelle Linderung verschaffen.

  • Wirkungsweise: Hemmen die Immunantwort und reduzieren Entzündungen, Rötungen und Schuppung.
  • Anwendungsgebiete: Akute Entzündungsschübe, entzündete Plaques, besonders an Gelenken und Extremitäten.
  • Vorteile: Schnelle und oft deutliche Besserung der Symptome, breit gefächertes Spektrum an Wirkstärken.
  • Nachteile: Langfristige Anwendung kann zu Nebenwirkungen wie Hautverdünnung (Atrophie), Dehnungsstreifen, Akne oder teleangiektatischen Veränderungen führen. Anwendung sollte immer unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
  • Beispiele für Wirkstoffe: Betamethason, Clobetasol, Mometason, Hydrocortison (in niedrigerer Konzentration).

Calcineurin-Inhibitoren

Calcineurin-Inhibitoren wie Tacrolimus und Pimecrolimus sind nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente. Sie greifen gezielt in die Immunantwort ein und hemmen die Aktivierung von T-Zellen, die eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Psoriasis spielen.

  • Wirkungsweise: Unterdrücken die Immunreaktion, indem sie die Aktivierung von T-Zellen und die Freisetzung von Zytokinen blockieren.
  • Anwendungsgebiete: Besonders gut geeignet für empfindliche Hautbereiche wie Gesicht, Hals und Genitalregion, wo Kortikosteroide unerwünschte Nebenwirkungen verursachen könnten. Auch bei chronischen, entzündeten Stellen.
  • Vorteile: Geringeres Risiko für Hautverdünnung im Vergleich zu Kortikosteroiden. Gute Verträglichkeit.
  • Nachteile: Anfangs kann es zu einem Brennen oder Juckreiz kommen. Langzeitanwendung wurde diskutiert im Hinblick auf ein erhöhtes Lymphom-Risiko, was aber nach aktueller Datenlage als sehr gering eingeschätzt wird.
  • Beispiele für Wirkstoffe: Tacrolimus, Pimecrolimus.

Vitamin-D3-Analoga

Diese synthetischen Derivate von Vitamin D spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Zellwachstums und der Zelldifferenzierung. Sie verlangsamen die übermäßige Produktion von Hautzellen, die für die Schuppenbildung bei Psoriasis charakteristisch ist, und wirken gleichzeitig entzündungshemmend.

  • Wirkungsweise: Normalisieren das übermäßige Zellwachstum (Hyperproliferation) und fördern die Zelldifferenzierung. Wirken zusätzlich entzündungshemmend.
  • Anwendungsgebiete: Vor allem bei chronischer Psoriasis, Plaques auf der Haut. Oft in Kombination mit Kortikosteroiden eingesetzt, um deren Wirkung zu verstärken und die Kortikosteroid-Dosis zu reduzieren.
  • Vorteile: Langfristig gut verträglich, geringeres Risiko für Hautatrophie als Kortikosteroide.
  • Nachteile: Kann zu Hautreizungen führen. Nicht ideal für großflächige Anwendungen wegen möglicher systemischer Nebenwirkungen bei sehr hoher Dosierung.
  • Beispiele für Wirkstoffe: Calcipotriol (Calcipotriene), Tacalcitol.

Keratolytika (Hornhautlöser)

Keratolytika helfen dabei, die dicken, schuppigen Ablagerungen zu lösen und zu entfernen, was die Haut glatter macht und das Eindringen anderer Wirkstoffe erleichtern kann.

  • Wirkungsweise: Lockern die Verbindung zwischen den Hornzellen und erleichtern so das Ablösen der übermäßigen Schuppen.
  • Anwendungsgebiete: Verdickte, schuppige Plaques, besonders an Ellenbogen und Knien.
  • Vorteile: Verbessern die Hauttextur, erleichtern die Anwendung anderer Medikamente.
  • Nachteile: Können bei empfindlicher Haut oder offener Haut Reizungen verursachen.
  • Beispiele für Wirkstoffe: Salicylsäure, Harnstoff (Urea).

Dithranol (Anthralin)

Dithranol ist ein traditionelles Psoriasis-Medikament, das die Zellteilung verlangsamt und entzündungshemmend wirkt. Es ist sehr wirksam, kann aber auch Reizungen und Verfärbungen verursachen.

  • Wirkungsweise: Hemmt die Proliferation von Keratinozyten und wirkt entzündungshemmend.
  • Anwendungsgebiete: Chronische, stabile Psoriasis-Plaques.
  • Vorteile: Sehr wirksam bei hartnäckigen Plaques.
  • Nachteile: Kann Haut und Kleidung stark verfärben (bräunlich). Verursacht häufig Hautreizungen, daher oft nur kurzzeitig aufgetragen (sog. Kurzzeittherapie) oder als Pasten angewendet, die geschützt werden.

Retinoide (Vitamin A-Derivate)

Topische Retinoide, wie Tazaroten, können die normale Hautentwicklung fördern und Entzündungen reduzieren.

  • Wirkungsweise: Regulieren die Keratinozyten-Differenzierung und -Proliferation und haben entzündungshemmende Eigenschaften.
  • Anwendungsgebiete: Besonders bei Plaque-Psoriasis, kann auch bei palmoplantarer Psoriasis eingesetzt werden.
  • Vorteile: Kann die Hautdicke und Schuppung effektiv reduzieren.
  • Nachteile: Kann starke Hautreizungen, Rötungen, Trockenheit und Photosensibilität verursachen. Schwangere sollten die Anwendung meiden.
  • Beispiele für Wirkstoffe: Tazaroten.

Wahl der richtigen Psoriasis-Creme: Eine Übersicht

Die Entscheidung für eine bestimmte Creme hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hier ist eine Übersicht, die dir bei der Orientierung helfen soll:

Art der Psoriasis / Symptom Empfohlene Wirkstoffe Wirkungsweise Vorteile Mögliche Nachteile
Entzündliche Plaques, Rötungen, starker Juckreiz Kortikosteroide (verschiedene Stärken) Entzündungshemmend, juckreizstillend, immunsuppressiv Schnelle Linderung, breit gefächert Hautatrophie, Dehnungsstreifen bei Langzeitanwendung; ärztliche Kontrolle nötig
Empfindliche Hautbereiche (Gesicht, Genitalien) Calcineurin-Inhibitoren, milde Kortikosteroide Immunmodulierend, entzündungshemmend Geringeres Risiko für Hautverdünnung, gut verträglich Anfangsbrennen/-jucken möglich
Verdickte, schuppige Plaques Vitamin-D3-Analoga, Keratolytika (Salicylsäure, Harnstoff), Dithranol Normalisieren Zellwachstum, lösen Schuppen, verlangsamen Zellteilung Langfristig gut verträglich (Vit. D), verbessern Hauttextur (Keratolytika), stark wirksam (Dithranol) Hautreizung (bes. Dithranol), Verfärbung (Dithranol), nicht für alle Körperstellen geeignet
Chronische, hartnäckige Psoriasis Kombinationstherapien (z.B. Kortikosteroide + Vit. D3-Analoga), Retinoide Kombinierte Wirkung auf Entzündung, Zellwachstum und Schuppung Potenziell höhere Wirksamkeit, Reduktion von Nebenwirkungen durch Kombination Komplexere Anwendung, mögliche Nebenwirkungen (bes. Retinoide)
Trockene, rissige Haut Feuchtigkeitsspendende Cremes (Emollients) mit Harnstoff, Glycerin, Ceramide Befeuchten, pflegen, stärken die Hautbarriere Verbessern Hautgefühl, reduzieren Juckreiz durch Feuchtigkeit Keine direkte entzündungshemmende Wirkung, nur unterstützend

Wichtige Inhaltsstoffe in feuchtigkeitsspendenden Cremes (Emollients)

Neben den spezifischen Wirkstoffen gegen Psoriasis ist die Basiscreme oder ein Emollient von entscheidender Bedeutung, um die Hautbarriere zu unterstützen und Feuchtigkeit zu bewahren. Eine gesunde Hautbarriere ist widerstandsfähiger gegen Reizstoffe und hilft, den Juckreiz zu lindern.

  • Harnstoff (Urea): Ein natürlicher Feuchthaltefaktor, der Wasser in der Haut bindet. In höheren Konzentrationen (ab 5-10%) wirkt er auch keratolytisch.
  • Glycerin: Ein bewährter Feuchthaltemittel, der die Haut weich und geschmeidig macht.
  • Ceramide: Wichtige Bestandteile der Hautbarriere. Sie helfen, die Hautstruktur zu reparieren und Feuchtigkeitsverlust zu reduzieren.
  • Fettsäuren und Lipide: Unterstützen die natürliche Lipidbarriere der Haut und schützen vor Austrocknung.
  • Pflanzliche Öle: Wie Nachtkerzenöl, Jojobaöl oder Sheabutter können beruhigend und pflegend wirken.

Wann solltest du zum Arzt gehen?

Es ist essenziell, dass du bei der Behandlung deiner Psoriasis eng mit einem Dermatologen zusammenarbeitest. Eine Selbstmedikation, insbesondere mit potenten Wirkstoffen wie Kortikosteroiden, birgt Risiken. Dein Arzt kann:

  • Die genaue Diagnose stellen und die Schwere deiner Psoriasis beurteilen.
  • Die am besten geeignete Creme oder Kombination von Cremes basierend auf deinen individuellen Bedürfnissen empfehlen.
  • Die korrekte Anwendung und Dosierung erklären.
  • Die Wirksamkeit der Behandlung überwachen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen.
  • Auf Nebenwirkungen achten und präventive Maßnahmen ergreifen.
  • Dich über weitere Therapieoptionen informieren, falls topische Behandlungen nicht ausreichen.

Häufige Fragen und Antworten zur Psoriasis-Creme

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Welche Creme hilft bei Psoriasis?

Kann ich Psoriasis-Cremes dauerhaft anwenden?

Die Anwendungsdauer von Psoriasis-Cremes hängt stark vom enthaltenen Wirkstoff ab. Kortikosteroide sollten in der Regel nur kurzzeitig und nach ärztlicher Anweisung angewendet werden, um Nebenwirkungen wie Hautverdünnung zu vermeiden. Wirkstoffe wie Vitamin-D3-Analoga oder Calcineurin-Inhibitoren sind oft für eine längerfristige Anwendung geeignet, dies sollte aber immer mit deinem behandelnden Arzt besprochen werden.

Gibt es Nebenwirkungen bei der Anwendung von Psoriasis-Cremes?

Ja, wie bei allen Medikamenten können auch Psoriasis-Cremes Nebenwirkungen haben. Bei Kortikosteroiden sind dies häufig Hautverdünnung, Dehnungsstreifen oder Aknebildung bei Langzeitanwendung. Calcineurin-Inhibitoren können anfangs ein Brennen oder Jucken verursachen. Vitamin-D3-Analoga können zu Hautreizungen führen. Retinoide können starke Irritationen, Rötungen und Trockenheit hervorrufen. Es ist wichtig, dass du Nebenwirkungen sofort deinem Arzt meldest.

Welche Rolle spielen Feuchtigkeitscremes (Emollients) bei Psoriasis?

Feuchtigkeitscremes, auch Emollients genannt, sind ein wichtiger Bestandteil der Psoriasis-Behandlung. Sie helfen, die Hautbarriere zu stärken, Feuchtigkeit zu bewahren und Trockenheit sowie Juckreiz zu lindern. Obwohl sie keine spezifischen Psoriasis-Wirkstoffe enthalten, tragen sie maßgeblich zum Wohlbefinden bei und können die Wirksamkeit von medizinischen Cremes unterstützen.

Kann ich verschiedene Psoriasis-Cremes mischen?

Das Mischen von Psoriasis-Cremes wird generell nicht empfohlen, es sei denn, dein Arzt hat es ausdrücklich verordnet. Manche Wirkstoffe können sich gegenseitig in ihrer Wirkung beeinflussen oder das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen. Oft werden Cremes in einer bestimmten Reihenfolge oder zu unterschiedlichen Zeiten angewendet, um eine optimale Wirkung zu erzielen und Irritationen zu minimieren.

Was ist der Unterschied zwischen einer Creme und einer Salbe bei Psoriasis?

Der Hauptunterschied liegt im Fettgehalt und in der Konsistenz. Salben haben einen höheren Fettanteil (oft 80% Fett) und sind eher auf Ölbasis. Sie sind reichhaltiger, dringen langsamer in die Haut ein und hinterlassen einen schützenden Film, was sie gut für sehr trockene und schuppige Haut macht. Cremes haben einen geringeren Fettanteil (oft 20-50% Fett) und enthalten mehr Wasser. Sie lassen sich leichter verteilen, ziehen schneller ein und sind oft besser für feuchte oder entzündete Hautstellen geeignet.

Gibt es pflanzliche Cremes, die bei Psoriasis helfen?

Es gibt einige pflanzliche Inhaltsstoffe, die lindernd wirken können, wie zum Beispiel Kamillenextrakt, Aloe Vera oder Nachtkerzenöl, die beruhigend und entzündungshemmend sein können. Sie können eine unterstützende Wirkung haben, insbesondere zur Linderung von Juckreiz und Trockenheit. Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis reichen pflanzliche Mittel oft nicht aus und sollten nicht als Ersatz für ärztlich verordnete Medikamente betrachtet werden.

Wie lange dauert es, bis eine Psoriasis-Creme wirkt?

Die Zeit, bis eine Psoriasis-Creme wirkt, variiert stark je nach Wirkstoff, Konzentration und Schwere der Erkrankung. Kortikosteroide können oft innerhalb weniger Tage eine sichtbare Besserung zeigen. Andere Wirkstoffe benötigen möglicherweise mehrere Wochen, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Geduld und konsequente Anwendung nach ärztlicher Anweisung sind entscheidend.

Bewertungen: 4.8 / 5. 409