Welche Handcreme bei Neurodermitis?

Welche Handcreme bei Neurodermitis?

Wenn du unter Neurodermitis leidest und nach der richtigen Handcreme suchst, ist dieser Artikel genau für dich. Wir erklären dir, worauf es bei der Pflege deiner strapazierten Hände ankommt, welche Inhaltsstoffe dir wirklich helfen und welche Produkte du am besten meiden solltest, um deine Hautbarriere zu stärken und Juckreiz zu lindern.

Das sind die beliebtesten Neurodermitis Handcreme Produkte

Die Herausforderung: Neurodermitis an den Händen

Neurodermitis an den Händen ist eine chronische Hauterkrankung, die sich durch trockene, juckende, gerötete und manchmal auch nässende Hautstellen äußert. Die Hautbarriere ist gestört, was sie anfälliger für Reizstoffe, Allergene und Infektionen macht. Die Hände sind besonders betroffen, da sie täglich vielen Belastungen ausgesetzt sind: Wasser, Seifen, Reinigungsmittel, mechanische Reibung und Temperaturschwankungen. Eine geeignete Handcreme ist daher unerlässlich, um die Symptome zu lindern, die Haut zu beruhigen und die Heilung zu fördern.

Worauf du bei einer Handcreme für Neurodermitis achten solltest

Die Auswahl der richtigen Handcreme ist entscheidend. Hier sind die wichtigsten Kriterien, die du beachten solltest:

  • Hohe Rückfettung: Die Creme sollte reichhaltig sein und einen schützenden Film auf der Haut bilden, um den Feuchtigkeitsverlust zu minimieren.
  • Beruhigende Inhaltsstoffe: Inhaltsstoffe, die entzündungshemmend und juckreizlindernd wirken, sind besonders wertvoll.
  • Feuchtigkeitsspendende Komponenten: Hyaluronsäure, Glycerin und Panthenol können helfen, die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen und sie geschmeidig zu halten.
  • Hautfreundliche Konservierungsstoffe: Vermeide Produkte mit potenziell reizenden Konservierungsstoffen wie Parabenen oder bestimmten Duftstoffen.
  • Frei von reizenden Zusätzen: Parfüm, Farbstoffe und aggressive Alkohole können die gereizte Haut weiter strapazieren.

Wichtige Inhaltsstoffe für Neurodermitis-Hände

Bestimmte Inhaltsstoffe können Wunder wirken, wenn es darum geht, die Haut bei Neurodermitis zu pflegen. Achte auf Produkte, die diese Wirkstoffe enthalten:

  • Urea (Harnstoff): Urea ist ein natürlicher Feuchthaltefaktor (Natural Moisturizing Factor, NMF) der Haut. In Konzentrationen von 5-10% wirkt er feuchtigkeitsspendend und keratolytisch (hornlösend), was besonders bei verhornter Haut hilfreich sein kann. Höhere Konzentrationen (über 10%) können bei sehr trockener und rissiger Haut eingesetzt werden, jedoch ist hier Vorsicht geboten, da sie bei akuten Entzündungen brennen können.
  • Ceramide: Diese hauteigenen Lipide sind essenziell für den Aufbau und die Funktion der Hautbarriere. Bei Neurodermitis sind die Ceramid-Level oft reduziert. Cremes mit Ceramiden können helfen, die Barriere zu reparieren und den transepidermalen Wasserverlust (TEWL) zu verringern.
  • Sheabutter und pflanzliche Öle (z.B. Nachtkerzenöl, Borretschöl): Diese natürlichen Fette sind reich an Fettsäuren, die die Haut nähren und beruhigen. Sie haben eine stark rückfettende Wirkung und können helfen, die Haut geschmeidig zu machen.
  • Panthenol (Provitamin B5): Panthenol hat feuchtigkeitsbindende und entzündungshemmende Eigenschaften. Es unterstützt die Wundheilung und beruhigt die Haut.
  • Glycerin: Ein klassischer Feuchthaltefaktor, der Wasser in der Haut bindet und sie weich macht.
  • Allantoin: Wirkt hautberuhigend, entzündungshemmend und fördert die Zellregeneration.
  • Bisabolol: Ein Wirkstoff aus der Kamille, der entzündungshemmend und beruhigend wirkt.

Was du bei Handcremes für Neurodermitis meiden solltest

Manche Inhaltsstoffe, die in vielen Kosmetikprodukten enthalten sind, können deine Neurodermitis-geschädigten Hände verschlimmern. Achte auf folgende Bestandteile, die du möglichst vermeiden solltest:

  • Duftstoffe und Parfüm: Diese sind häufige Auslöser für allergische Reaktionen und können die Haut zusätzlich reizen. Auch „hypoallergen“ deklarierte Produkte können Duftstoffe enthalten.
  • Farbstoffe: Synthetische Farbstoffe können die Haut irritieren und sind bei Neurodermitis meist unnötig.
  • Konservierungsstoffe: Bestimmte Konservierungsstoffe wie Parabene, Formaldehydabspalter oder Isothiazolinone (MIT/CMIT) können Allergien auslösen oder die Hautbarriere schädigen.
  • Alkohol (Ethanol): In höheren Konzentrationen wirkt Alkohol austrocknend und kann auf gereizter Haut brennen. Cremes auf Alkoholbasis sind für neurodermitische Hände meist ungeeignet.
  • Emulgatoren auf PEG-Basis: Polyethylenglykole (PEG) und deren Derivate können die Haut durchlässiger machen und potenziell schädliche Substanzen tiefer eindringen lassen.
  • Mineralöle und Silikone (in manchen Fällen): Obwohl sie eine schützende Barriere bilden können, sind sie nicht immer ideal, da sie die Haut „atmungsaktivität“ beeinträchtigen und die hauteigene Regeneration unterstützen können. Reine, hochwertige Öle und Fette sind oft die bessere Wahl.

Arten von Handcremes bei Neurodermitis

Je nach Schweregrad und Zustand deiner Haut gibt es unterschiedliche Arten von Handcremes, die dir helfen können:

  • Feuchtigkeitscremes: Diese sind oft leichter formuliert und eignen sich für die tägliche Anwendung zur Vorbeugung und leichten Trockenheit. Sie enthalten typischerweise Glycerin, Hyaluronsäure und Panthenol.
  • Rückfettende Cremes und Salben: Diese sind reichhaltiger und enthalten einen höheren Fettanteil (Lipide) sowie Ceramide. Sie sind ideal für sehr trockene, rissige und strapazierte Haut und bilden einen schützenden Film. Oft basieren sie auf pflanzlichen Ölen, Sheabutter oder Bienenwachs.
  • Spezialcremes mit entzündungshemmenden Wirkstoffen: Einige Cremes enthalten zusätzliche Wirkstoffe wie Bisabolol, Allantoin oder auch medizinische Zusätze (z.B. Dexpanthenol in höheren Konzentrationen) zur gezielten Beruhigung von Entzündungen und Juckreiz.
  • Repair-Cremes: Diese Produkte sind darauf ausgelegt, die Hautbarriere aktiv zu unterstützen und zu regenerieren. Sie enthalten oft eine Kombination aus Ceramiden, Fettsäuren und hautähnlichen Lipiden.

Anwendungstipps für deine Handcreme

Die richtige Anwendung deiner Handcreme kann einen großen Unterschied machen:

  • Regelmäßig auftragen: Trage die Handcreme mehrmals täglich auf, insbesondere nach jeder Handwäsche, nach Kontakt mit Wasser oder reizenden Substanzen.
  • Großzügig verteilen: Verwende eine ausreichende Menge der Creme, um die gesamte Haut der Hände, einschließlich der Fingerzwischenräume und der Nägel, gut zu bedecken.
  • Sanft einmassieren: Massiere die Creme sanft ein, um die Aufnahme zu fördern, vermeide aber starkes Reiben, das die Haut weiter irritieren könnte.
  • Intensivpflege über Nacht: Trage vor dem Schlafengehen eine besonders reichhaltige Creme oder Salbe auf und ziehe Baumwollhandschuhe an. Dies unterstützt die nächtliche Regeneration der Haut.
  • Nach dem Händewaschen: Tupfe deine Hände nach dem Waschen sanft mit einem weichen Handtuch trocken und trage sofort die Handcreme auf, solange die Haut noch leicht feucht ist.

Handhygiene bei Neurodermitis

Auch die richtige Handhygiene ist entscheidend, um deine Hände zu schützen:

  • Milde Reinigungsmittel: Verwende pH-neutrale, seifenfreie Reinigungslotionen oder Syndets anstelle aggressiver Seifen.
  • Lauwarmes Wasser: Wasche deine Hände nicht mit zu heißem Wasser, da dies die Haut austrocknet. Lauwarmes Wasser ist am besten geeignet.
  • Kontakt mit Reizstoffen vermeiden: Trage bei Hausarbeiten oder dem Umgang mit Reinigungsmitteln immer Handschuhe.

Übersicht: Handcremes für Neurodermitis im Vergleich

Kategorie Fokus Typische Inhaltsstoffe Anwendungsbereich Wichtige Merkmale
Feuchtigkeitsspendende Cremes Grundversorgung mit Feuchtigkeit Glycerin, Hyaluronsäure, Panthenol Leichte bis moderate Trockenheit, tägliche Pflege Leichte Textur, schnelle Absorption, beruhigend
Rückfettende Cremes/Salben Intensive Lipidergänzung, Schutzbarriere Ceramide, Sheabutter, Nachtkerzenöl, Fettsäuren Sehr trockene, rissige, strapazierte Haut Hoher Fettanteil, lang anhaltender Schutz, stärkt die Hautbarriere
Repair-Cremes Regeneration der Hautbarriere Ceramide, Fettsäuren, hautidentische Lipide Geschwächte Hautbarriere, zur Unterstützung der Regeneration Fördert die natürliche Reparaturfunktion der Haut
Spezialpflege mit Zusatzwirkstoffen Gezielte Linderung von Juckreiz und Entzündung Bisabolol, Allantoin, Dexpanthenol (in höheren Konzentrationen) Akuter Juckreiz, Entzündungen, gereizte Haut Beruhigend, entzündungshemmend, juckreizstillend

Hautärztliche Beratung

Solltest du unsicher sein, welche Handcreme für dich am besten geeignet ist, oder wenn deine Neurodermitis sehr ausgeprägt ist, ist eine Beratung durch einen Hautarzt (Dermatologen) unerlässlich. Er kann den Schweregrad deiner Erkrankung beurteilen und dir individuelle Empfehlungen für Pflegeprodukte und gegebenenfalls auch für medizinische Behandlungen geben.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Welche Handcreme bei Neurodermitis?

Kann ich jede Handcreme bei Neurodermitis verwenden?

Nein, das ist nicht ratsam. Viele herkömmliche Handcremes enthalten Duftstoffe, Farbstoffe oder aggressive Konservierungsstoffe, die die gereizte Haut bei Neurodermitis weiter verschlimmern können. Achte stattdessen auf spezielle Produkte für empfindliche Haut oder Neurodermitis, die auf reizende Zusätze verzichten und dafür beruhigende und pflegende Inhaltsstoffe enthalten.

Wie oft sollte ich meine Hände mit Neurodermitis eincremen?

Du solltest deine Hände so oft wie nötig eincremen, aber mindestens nach jeder Handwäsche und vor dem Schlafengehen. Bei starker Trockenheit oder nach Kontakt mit reizenden Substanzen kann eine häufigere Anwendung sinnvoll sein. Ziel ist es, die Haut kontinuierlich mit Feuchtigkeit zu versorgen und die Hautbarriere zu unterstützen.

Sind Handcremes mit Urea bei Neurodermitis gut?

Ja, Handcremes mit Urea (Harnstoff) können sehr hilfreich sein, insbesondere bei trockener und schuppiger Haut. Urea ist ein natürlicher Feuchthaltefaktor, der hilft, Wasser in der Haut zu binden. Bei Neurodermitis sind die Urea-Konzentrationen von 5-10% oft gut verträglich und wirksam. Bei akuten Entzündungen oder offenen Wunden kann Urea allerdings kurzzeitig brennen, hier ist Vorsicht geboten.

Was ist der Unterschied zwischen einer rückfettenden Handcreme und einer feuchtigkeitsspendenden Handcreme?

Eine feuchtigkeitsspendende Handcreme konzentriert sich primär darauf, der Haut Wasser zuzuführen und dieses zu binden, oft mit leichten Texturen. Eine rückfettende Handcreme oder Salbe hingegen legt den Fokus auf die Wiederherstellung der Lipidschicht der Haut und bildet einen schützenden Film, um den Feuchtigkeitsverlust zu verhindern. Sie sind meist reichhaltiger und für sehr trockene, strapazierte Haut geeignet.

Welche Rolle spielen Ceramide in Handcremes bei Neurodermitis?

Ceramide sind essenzielle Lipide, die natürlicherweise in der obersten Hautschicht vorkommen und für die Integrität der Hautbarriere entscheidend sind. Bei Neurodermitis ist die Konzentration von Ceramiden oft reduziert, was zu einer geschwächten Hautbarriere führt. Handcremes, die Ceramide enthalten, können helfen, diese Lücke zu füllen, die Hautbarriere zu reparieren und somit den transepidermalen Wasserverlust zu reduzieren und die Haut widerstandsfähiger zu machen.

Sind natürliche Öle besser als synthetische Inhaltsstoffe bei Neurodermitis-Handcremes?

Viele Menschen mit Neurodermitis vertragen natürliche Öle wie Sheabutter, Nachtkerzenöl oder Jojobaöl sehr gut, da sie hautähnliche Fettsäuren enthalten, die die Haut nähren und beruhigen. Sie können helfen, die Haut geschmeidig zu machen und die Barrierefunktion zu unterstützen. Allerdings ist nicht jedes natürliche Öl für jeden geeignet, und auch synthetische Inhaltsstoffe können, wenn sie gut verträglich sind und die Haut unterstützen, eine wertvolle Ergänzung sein. Wichtig ist, dass die Creme frei von bekannten Reizstoffen ist.

Kann ich Handdesinfektionsmittel verwenden, wenn ich Neurodermitis an den Händen habe?

Handdesinfektionsmittel auf Alkoholbasis sind für neurodermitische Hände oft problematisch, da sie die Haut stark austrocknen und reizen können. Wenn eine Desinfektion unbedingt notwendig ist, wähle Produkte, die speziell für empfindliche Haut entwickelt wurden, möglicherweise mit feuchtigkeitsspendenden Zusätzen. Das Wichtigste ist jedoch, die Hände nach der Anwendung gründlich mit einer geeigneten Handcreme zu pflegen.

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