Hausmittel die bei Neurodermitis helfen

Hausmittel, die bei Neurodermitis helfen

Du suchst nach natürlichen Wegen, um deine Neurodermitis-Symptome zu lindern? Dieser Ratgeber beleuchtet, welche Hausmittel dir bei Juckreiz, Entzündungen und trockener Haut effektiv helfen können und wie du sie sicher anwendest, um deinen Hautzustand zu verbessern.

Das sind die beliebtesten Neurodermitis Hausmittel Produkte

Die besten Hausmittel bei Neurodermitis im Überblick

Neurodermitis ist eine chronische Hauterkrankung, die durch starken Juckreiz, Entzündungen und trockene, schuppige Haut gekennzeichnet ist. Während medizinische Therapien oft unerlässlich sind, können bestimmte Hausmittel eine wertvolle Ergänzung darstellen, um die Haut zu beruhigen und die Symptome zu lindern. Hier stellen wir dir bewährte natürliche Helfer vor, die du ganz einfach zu Hause anwenden kannst.

Feuchtigkeit spendende Helfer für trockene Haut

Trockenheit ist ein zentrales Problem bei Neurodermitis. Die Hautbarriere ist gestört, was zu einem erhöhten Wasserverlust führt. Feuchtigkeitsspendende Hausmittel können helfen, die Hautbarriere zu stärken und die Haut geschmeidiger zu machen.

  • Olivenöl: Reich an Fettsäuren und Antioxidantien, kann natives Olivenöl extra zur Hautpflege beitragen. Es dringt gut ein und kann Rötungen und Entzündungen mildern. Trage es dünn auf die betroffenen Stellen auf, am besten nach dem Duschen auf noch leicht feuchte Haut. Achte auf Bio-Qualität, um Pestizidrückstände zu vermeiden.
  • Kokosöl: Ähnlich wie Olivenöl ist Kokosöl reich an Fettsäuren, insbesondere Laurinsäure, die entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften besitzt. Es spendet intensive Feuchtigkeit und kann Juckreiz lindern. Verwende am besten natives, kaltgepresstes Kokosöl.
  • Sheabutter: Ein weiteres Naturprodukt, das für seine feuchtigkeitsspendenden und hautberuhigenden Eigenschaften bekannt ist. Sheabutter bildet einen schützenden Film auf der Haut und hilft, den transepidermalen Wasserverlust zu reduzieren. Wähle unraffinierte Sheabutter.
  • Aloe Vera Gel: Das Gel der Aloe Vera Pflanze wirkt kühlend, entzündungshemmend und feuchtigkeitsspendend. Es kann bei akuten Entzündungen und Juckreiz Linderung verschaffen. Verwende reines Aloe Vera Gel aus der Apotheke oder ernte es frisch von einer Pflanze (achte auf die richtige Zubereitung, um Latexbestandteile zu vermeiden).

Beruhigende Mittel gegen Juckreiz und Entzündung

Der quälende Juckreiz bei Neurodermitis kann zu Kratzen führen, was die Haut weiter schädigt und Entzündungen verschlimmert. Diese Hausmittel zielen darauf ab, den Juckreiz zu dämpfen und Entzündungen zu reduzieren.

  • Haferflocken (Kolloidales Hafermehl): Haferflocken enthalten Avenanthramide, die entzündungshemmende und juckreizstillende Eigenschaften haben. Ein Vollbad mit kolloidalem Hafermehl (fein gemahlenes Hafermehl) kann die Haut beruhigen und Rötungen lindern. Alternativ kannst du eine Paste aus Haferflocken und Wasser herstellen und diese auf die betroffenen Stellen auftragen.
  • Kamille: Kamillenblüten sind bekannt für ihre entzündungshemmenden und beruhigenden Eigenschaften. Ein lauwarmer Kamillenaufguss kann als Umschlag auf entzündete Hautpartien gelegt werden. Auch ein Kamillenbad kann wohltuend sein. Vorsicht bei bekannter Korbblütlerallergie.
  • Ringelblume (Calendula): Ringelblume hat wundheilende, entzündungshemmende und hautregenerierende Eigenschaften. Ringelblumenöl oder -salben (oft als Hausmittel erhältlich oder selbstgemacht) können zur Linderung von Entzündungen und zur Förderung der Hautheilung eingesetzt werden.
  • Schwarztee: Die Gerbstoffe im Schwarztee können entzündungshemmend wirken und helfen, die Haut auszutrocknen und Juckreiz zu lindern. Kühle starke Schwarztee-Aufgüsse ab und tränke Wattepads darin, die du auf die betroffenen Stellen legst.

Kühlende Anwendungen zur sofortigen Linderung

Bei akuten Schüben und starkem Juckreiz kann Kälte oft schnelle Linderung verschaffen. Kühlende Umschläge und Bäder können die Entzündung herunterfahren und den Drang zu kratzen reduzieren.

  • Kalter Quarkwickel: Quark wirkt kühlend und entzündungshemmend. Trage eine Schicht Quark auf ein Leinentuch auf und lege es auf die betroffenen Stellen. Wickel die Stelle mit einem weiteren Tuch ein, um den Quark feucht zu halten. Nach etwa 15-20 Minuten abnehmen und die Haut sanft trocken tupfen.
  • Kühles Wasser: Einfach und effektiv. Tupfe die juckenden Stellen vorsichtig mit kühlem Wasser ab oder lege kühle, feuchte Tücher auf. Vermeide Eis direkt auf der Haut, da dies zu Erfrierungen führen kann.

Zusätzliche Tipps für die Anwendung von Hausmitteln

Bei der Anwendung von Hausmitteln bei Neurodermitis gibt es einige wichtige Punkte zu beachten, um die Haut nicht zusätzlich zu reizen.

  • Qualität der Zutaten: Verwende möglichst reine, naturbelassene Produkte. Bei Ölen und Buttern solltest du auf kaltgepresste und native Varianten achten.
  • Hautverträglichkeit testen: Bevor du ein neues Hausmittel großflächig anwendest, teste es an einer kleinen, unauffälligen Hautstelle, um sicherzustellen, dass du keine allergische Reaktion oder Reizung entwickelst.
  • Sanfte Anwendung: Reibe oder schrubbe die Haut nicht. Tupfe sie vorsichtig ab.
  • Hygiene: Achte auf saubere Hände und Utensilien bei der Zubereitung und Anwendung von Hausmitteln.
  • Nicht als Ersatz für ärztliche Behandlung: Hausmittel können eine wertvolle Ergänzung sein, ersetzen jedoch bei schweren Schüben oder chronischen Verläufen nicht die medizinische Behandlung durch einen Dermatologen.
  • Nach dem Baden/Duschen: Trage feuchtigkeitsspendende Hausmittel wie Öle oder Sheabutter am besten auf die noch leicht feuchte Haut auf, um die Feuchtigkeit besser einzuschließen.

Hausmittel-Übersicht bei Neurodermitis

Kategorie Beispiele für Hausmittel Wirkungsweise bei Neurodermitis Anwendungshinweise
Feuchtigkeitsspender Olivenöl, Kokosöl, Sheabutter, Aloe Vera Gel Spendet intensiv Feuchtigkeit, stärkt die Hautbarriere, macht die Haut geschmeidig. Dünn auftragen, am besten nach dem Baden/Duschen auf leicht feuchte Haut. Native und unraffinierte Produkte bevorzugen.
Juckreizlindernde & Entzündungshemmende Mittel Haferflocken (kolloidal), Kamille, Ringelblume, Schwarztee Beruhigt die Haut, reduziert Rötungen und Entzündungen, dämpft Juckreiz. Als Badzusatz, Umschlag oder Paste anwenden. Bei Kamille Vorsicht bei Korbblütlerallergie.
Kühlende Anwendungen Kalter Quarkwickel, kühles Wasser Schenkt sofortige Linderung bei starkem Juckreiz und Entzündungen, reduziert Hitzegefühl. Als Wickel auflegen oder Haut vorsichtig abtupfen. Nicht direkt Eis verwenden.
Hautberuhigende Zusätze für Bäder Meersalz, Milch (vollfett) Meersalz kann entzündungshemmend und juckreizstillend wirken. Milchfette können die Haut pflegen. Bäder nicht zu heiß und nicht zu lange (max. 10-15 Minuten). Haut danach sanft trockentupfen und eincremen.

Ernährung und Hausmittel: Was du wissen solltest

Obwohl es keine direkte Hausmittel-Anwendung auf der Haut ist, spielt die Ernährung eine wichtige Rolle bei der Linderung von Neurodermitis-Symptomen. Eine entzündungshemmende Ernährung kann unterstützend wirken. Dazu gehören:

  • Omega-3-Fettsäuren: Reichlich in fettem Fisch (Lachs, Makrele), Leinsamen und Walnüssen. Sie wirken entzündungshemmend.
  • Antioxidantien: Viel Obst und Gemüse, insbesondere Beeren, grünes Blattgemüse und Karotten.
  • Präbiotika und Probiotika: Gut für die Darmgesundheit, die eng mit dem Immunsystem und Hautzustand verbunden ist. Joghurt, Kefir, Sauerkraut.
  • Vermeide Trigger-Lebensmittel: Häufige Auslöser sind Kuhmilchprodukte, Eier, Soja, Weizen, Nüsse und bestimmte Gewürze. Führe gegebenenfalls ein Ernährungstagebuch, um individuelle Auslöser zu identifizieren.

Bäder und ihre Rolle bei der Behandlung von Neurodermitis

Bäder können eine wohltuende Wirkung auf neurodermitische Haut haben, wenn sie richtig durchgeführt werden. Die Temperatur und die Zusätze sind entscheidend.

  • Temperatur: Lauwarmes Wasser ist ideal. Zu heißes Wasser entzieht der Haut Feuchtigkeit und kann den Juckreiz verschlimmern.
  • Dauer: Maximal 10-15 Minuten. Längeres Baden kann die Haut austrocknen.
  • Zusätze:
    • Kolloidales Hafermehl: Wie bereits erwähnt, beruhigt und lindert es Juckreiz.
    • Meersalz (ohne Zusatzstoffe): Kann entzündungshemmend wirken und die Hautbarriere stärken.
    • Vollfett-Milch: Die Fettsäuren in der Milch können die Haut pflegen und mit Feuchtigkeit versorgen.
    • Öle (z.B. Mandelöl, Jojobaöl): Einige Tropfen können dem Badewasser zugesetzt werden, um die Haut während des Badens zu pflegen.
  • Nach dem Bad: Tupfe die Haut vorsichtig mit einem weichen Handtuch trocken und trage sofort eine rückfettende Pflege oder ein geeignetes Hausmittel wie Öl oder Sheabutter auf, um die Feuchtigkeit einzuschließen.

Wichtigkeit der Hautpflege Routine bei Neurodermitis

Eine konsequente und angepasste Hautpflege ist das A und O bei Neurodermitis. Hausmittel können hier eine wunderbare Ergänzung zu medizinischen Pflegeprodukten darstellen.

  • Reinigung: Verwende milde, parfümfreie Reinigungsprodukte, die den natürlichen pH-Wert der Haut nicht stören.
  • Rückfettende Cremes und Salben: Diese sind essentiell, um die gestörte Hautbarriere zu unterstützen. Öle, Sheabutter oder spezielle Cremes mit Ceramiden können hier helfen.
  • Regelmäßigkeit: Cremen und pflegen Sie Ihre Haut mehrmals täglich, insbesondere nach dem Waschen oder Duschen.

Häufige Fehler bei der Anwendung von Hausmitteln vermeiden

Auch bei natürlichen Mitteln kann es zu unerwünschten Effekten kommen, wenn sie nicht richtig angewendet werden. Hier sind einige häufige Fehler:

  • Zu aggressive Anwendung: Starkes Reiben oder Schrubben kann die gereizte Haut weiter schädigen.
  • Unreine Produkte verwenden: Billige Öle oder nicht naturbelassene Produkte können Schadstoffe enthalten, die die Haut reizen.
  • Zu heiße Bäder: Entzieht der Haut wichtige Fette und Feuchtigkeit.
  • Zu häufige Anwendung von Masken/Umschlägen: Übermäßige Anwendung kann die Haut überfordern.
  • Ignorieren von allergischen Reaktionen: Jedes Mittel kann Unverträglichkeiten hervorrufen.

Wann zum Arzt?

Obwohl Hausmittel Linderung verschaffen können, ist es wichtig zu wissen, wann professionelle medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden sollte:

  • Bei starken, anhaltenden Entzündungen und Juckreiz, der den Schlaf oder Alltag stark beeinträchtigt.
  • Wenn sich die Haut stark infiziert (z.B. nässende Stellen, Eiterbildung).
  • Wenn sich die Symptome trotz Anwendung von Hausmitteln und guter Pflege verschlimmern.
  • Bei großflächigem Befall der Haut.
  • Zur Diagnosesicherung und Erstellung eines individuellen Behandlungsplans.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Hausmittel die bei Neurodermitis helfen

Welche Hausmittel sind am besten bei akutem Neurodermitis-Schub?

Bei einem akuten Schub sind kühlende und entzündungshemmende Hausmittel oft am wirksamsten. Dazu gehören kühle Quarkwickel, kühle Umschläge mit Schwarztee oder Kamille sowie reine Aloe Vera Gels. Diese helfen, den Juckreiz sofort zu lindern und die Entzündung herunterzufahren.

Kann ich ätherische Öle bei Neurodermitis anwenden?

Bei Neurodermitis ist Vorsicht mit ätherischen Ölen geboten. Viele ätherische Öle sind stark konzentriert und können die empfindliche Haut zusätzlich reizen oder allergische Reaktionen auslösen. Wenn überhaupt, dann nur stark verdünnt und nach gründlicher Prüfung der Verträglichkeit. Lavendelöl und Kamillenöl werden manchmal empfohlen, aber es ist ratsam, dies zuerst mit einem Dermatologen zu besprechen.

Wie oft kann ich Hausmittel wie Haferflockenbäder anwenden?

Haferflockenbäder sind in der Regel sehr gut verträglich und können mehrmals pro Woche angewendet werden, solange sie guttun. Achte darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist und die Haut danach sorgfältig, aber sanft trockengewischt und eingecremt wird.

Welche Öle sind am besten für die Neurodermitis-Pflege geeignet?

Für die Pflege bei Neurodermitis eignen sich native, kaltgepresste Öle, die reich an ungesättigten Fettsäuren sind. Dazu gehören Olivenöl, Kokosöl, Mandelöl und Jojobaöl. Diese Öle spenden Feuchtigkeit, können die Hautbarriere unterstützen und wirken entzündungshemmend.

Wie lange dauert es, bis Hausmittel bei Neurodermitis wirken?

Die Wirkung von Hausmitteln ist individuell verschieden. Manche Anwender spüren eine Linderung des Juckreizes oder eine Beruhigung der Haut bereits nach der ersten Anwendung. Bei anderen kann es mehrere Anwendungen über Tage oder Wochen dauern, bis eine deutliche Verbesserung sichtbar wird. Wichtig ist eine konsequente Anwendung und Geduld.

Sind selbstgemachte Salben aus der Apotheke besser als gekaufte?

Selbstgemachte Salben können eine gute Option sein, wenn du die Inhaltsstoffe genau kennst und kontrollieren kannst. Viele Apotheken bieten individuelle Rezepturen an, die auf deine spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Der Vorteil gegenüber manchen industriell gefertigten Produkten liegt oft im Verzicht auf unnötige Zusatzstoffe wie Duft- oder Konservierungsstoffe. Allerdings ist die Wirksamkeit und Verträglichkeit stark von der Qualität der Rohstoffe und der korrekten Zubereitung abhängig.

Kann ich Hausmittel bei Babys und Kleinkindern mit Neurodermitis anwenden?

Ja, viele Hausmittel wie kolloidale Haferflockenbäder, die Anwendung von milden Ölen (wie Mandelöl oder Jojobaöl) oder das Auftragen von Aloe Vera Gel können auch bei Babys und Kleinkindern mit Neurodermitis angewendet werden. Es ist jedoch besonders wichtig, auf eine sehr sanfte Anwendung zu achten, die Verträglichkeit an einer kleinen Stelle zu testen und bei Unsicherheiten oder stärkeren Symptomen immer einen Kinderarzt oder Dermatologen zu konsultieren. Produkte sollten immer frei von Duft- und Farbstoffen sein.

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