Ausbildung mit Psoriasis: Tipps, Berufswahl und Rechte für Azubis

Ausbildung mit Psoriasis: Tipps, Berufswahl und Rechte für Azubis

Es ist dein großer Traum, einen Beruf zu erlernen, der dich erfüllt und dir eine sichere Zukunft bietet. Doch Psoriasis, auch Schuppenflechte genannt, begleitet dich auf diesem Weg. Lass dich davon nicht entmutigen! Eine Ausbildung mit Psoriasis ist absolut möglich. Mit der richtigen Vorbereitung, Berufswahl und dem Wissen um deine Rechte als Azubi kannst du erfolgreich in deine berufliche Zukunft starten. Dieser Ratgeber begleitet dich dabei, deine Träume trotz Psoriasis zu verwirklichen.

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Die richtige Berufswahl mit Psoriasis

Die Wahl des richtigen Ausbildungsberufs ist ein entscheidender Schritt für deine berufliche Zukunft. Bei Psoriasis solltest du einige Aspekte besonders berücksichtigen, um sicherzustellen, dass dein gewählter Beruf deine Gesundheit nicht unnötig belastet und dir Freude bereitet.

Körperliche Belastung minimieren

Überlege dir, welche körperlichen Belastungen mit dem Beruf verbunden sind. Berufe mit starker körperlicher Anstrengung, häufigem Kontakt mit reizenden Stoffen oder extremen Temperaturen können deine Psoriasis verschlimmern. Büroberufe, kreative Berufe oder Tätigkeiten im Dienstleistungssektor könnten eine gute Alternative sein. Sprich mit deinem Hautarzt oder deiner Hautärztin, um eine individuelle Einschätzung zu erhalten. Vielleicht können sie dir auch bestimmte Berufsfelder empfehlen, die für dich geeignet sind.

Stress reduzieren

Stress ist ein bekannter Trigger für Psoriasis-Schübe. Wähle einen Beruf, der dich nicht übermäßig stresst. Achte auf ein ausgewogenes Arbeitsumfeld mit klaren Strukturen und Unterstützung durch Kollegen und Vorgesetzte. Sprich mit deinem Ausbilder oder deiner Ausbilderin über deine Erkrankung und bitte um Verständnis, wenn es stressige Phasen gibt. Offene Kommunikation kann helfen, unnötigen Druck zu vermeiden.

Geeignete Branchen und Berufe

Es gibt zahlreiche Berufe, die sich gut mit Psoriasis vereinbaren lassen. Hier einige Beispiele:

  • Kaufmännische Berufe: Büroarbeiten, Kundenberatung, Marketing
  • IT-Berufe: Softwareentwicklung, Webdesign, Systemadministration
  • Kreative Berufe: Grafikdesign, Mediengestaltung, Journalismus
  • Soziale Berufe: Erzieher/in, Sozialarbeiter/in (bedingt, auf stressarmes Umfeld achten)
  • Handwerkliche Berufe: (bedingt, auf Hautschutz achten) Uhrmacher/in, Feinwerkmechaniker/in

Diese Liste ist natürlich nicht erschöpfend. Wichtig ist, dass du dich für den Beruf interessierst und dass die Arbeitsbedingungen für dich passen. Nutze Praktika, um verschiedene Berufe kennenzulernen und herauszufinden, welcher am besten zu dir passt.

Praktika als Entscheidungshilfe

Praktika sind eine hervorragende Möglichkeit, um einen Beruf und das Arbeitsumfeld kennenzulernen. Du kannst herausfinden, ob die Tätigkeiten dir Spaß machen und ob die Arbeitsbedingungen für dich geeignet sind. Scheue dich nicht, während des Praktikums offen über deine Psoriasis zu sprechen. So kannst du herausfinden, wie das Unternehmen mit deiner Erkrankung umgeht und ob du dich dort wohlfühlen würdest.

Tipps für eine erfolgreiche Ausbildung mit Psoriasis

Eine Ausbildung mit Psoriasis kann eine Herausforderung sein, aber mit der richtigen Vorbereitung und Strategie kannst du sie erfolgreich meistern. Hier sind einige Tipps, die dir dabei helfen können:

Offene Kommunikation mit dem Ausbildungsbetrieb

Sprich mit deinem Ausbilder oder deiner Ausbilderin über deine Psoriasis. Erkläre, was die Erkrankung für dich bedeutet und welche Auswirkungen sie auf deine Arbeit haben kann. Offenheit schafft Vertrauen und Verständnis. Dein Ausbildungsbetrieb kann dir besser helfen, wenn er über deine Situation informiert ist. Das Gespräch sollte idealerweise zu Beginn der Ausbildung stattfinden, damit alle Beteiligten von Anfang an informiert sind.

Hautschutz am Arbeitsplatz

Achte darauf, dass du am Arbeitsplatz deine Haut optimal schützt. Vermeide direkten Kontakt mit reizenden Stoffen und trage gegebenenfalls Schutzkleidung oder Handschuhe. Sorge für eine gute Luftfeuchtigkeit im Raum und vermeide extreme Temperaturen. Sprich mit deinem Hautarzt oder deiner Hautärztin über geeignete Hautpflegeprodukte für den Arbeitsplatz.

Stressmanagement

Stress ist ein wichtiger Trigger für Psoriasis-Schübe. Lerne, wie du Stress reduzieren kannst. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training können dir helfen, zur Ruhe zu kommen. Achte auf eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf. Sprich mit Freunden oder Familie über deine Probleme und nimm dir Zeit für Hobbys und Aktivitäten, die dir Spaß machen.

Regelmäßige Arztbesuche

Gehe regelmäßig zu deinem Hautarzt oder deiner Hautärztin, um deine Psoriasis behandeln zu lassen. Besprich mit ihm oder ihr, welche Medikamente und Therapien für dich geeignet sind. Achte darauf, dass du deine Medikamente regelmäßig einnimmst und die Hautpflegeanweisungen befolgst. Informiere deinen Arzt oder deine Ärztin über Veränderungen deiner Psoriasis.

Selbsthilfegruppen und Austausch

Der Austausch mit anderen Betroffenen kann dir helfen, mit deiner Psoriasis besser umzugehen. In Selbsthilfegruppen kannst du dich mit anderen austauschen, Erfahrungen teilen und Tipps erhalten. Du kannst dich auch online in Foren oder sozialen Netzwerken mit anderen Betroffenen vernetzen. Der Austausch mit anderen kann dir das Gefühl geben, nicht allein zu sein und dich motivieren, deine Ausbildung erfolgreich zu meistern.

Ernährung und Lebensstil

Eine ausgewogene Ernährung und ein gesunder Lebensstil können sich positiv auf deine Psoriasis auswirken. Achte auf eine Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Vermeide stark verarbeitete Lebensmittel, Zucker und gesättigte Fette. Trinke ausreichend Wasser und vermeide Alkohol und Nikotin. Regelmäßige Bewegung kann ebenfalls helfen, deine Psoriasis zu verbessern.

Unterstützung suchen und annehmen

Scheue dich nicht, Unterstützung zu suchen und anzunehmen. Sprich mit deinen Eltern, Freunden oder deinem Partner über deine Probleme. Suche dir einen Mentor, der dich während deiner Ausbildung begleitet und dir mit Rat und Tat zur Seite steht. Nutze die Angebote der Berufsberatung oder des Integrationsfachdienstes. Es gibt viele Menschen, die dir helfen wollen, deine Ausbildung erfolgreich zu meistern.

Deine Rechte als Azubi mit Psoriasis

Als Auszubildender mit Psoriasis hast du bestimmte Rechte, die du kennen solltest. Diese Rechte sollen dich vor Diskriminierung schützen und sicherstellen, dass du deine Ausbildung erfolgreich absolvieren kannst.

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Schutz vor Diskriminierung

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schützt dich vor Diskriminierung aufgrund deiner Erkrankung. Dein Ausbildungsbetrieb darf dich nicht aufgrund deiner Psoriasis benachteiligen, weder bei der Einstellung noch während der Ausbildung. Wenn du dich diskriminiert fühlst, kannst du dich an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wenden.

Anpassung des Arbeitsplatzes

Dein Ausbildungsbetrieb ist verpflichtet, deinen Arbeitsplatz so anzupassen, dass du deine Arbeit trotz deiner Psoriasis gut ausführen kannst. Das kann bedeuten, dass er dir spezielle Hilfsmittel zur Verfügung stellt, deine Arbeitszeiten anpasst oder dir Pausen ermöglicht, um dich zu pflegen. Sprich mit deinem Ausbilder oder deiner Ausbilderin über deine Bedürfnisse und bitte um Unterstützung.

Krankmeldung und Fehlzeiten

Wenn du aufgrund deiner Psoriasis arbeitsunfähig bist, hast du das Recht, dich krankzumelden. Du musst deinem Ausbildungsbetrieb unverzüglich eine Krankmeldung vorlegen. Bei längerer Krankheit hast du Anspruch auf Krankengeld. Informiere deinen Ausbildungsbetrieb über die voraussichtliche Dauer deiner Arbeitsunfähigkeit und halte ihn auf dem Laufenden.

Nachteilsausgleich

Unter Umständen hast du Anspruch auf einen Nachteilsausgleich, wenn deine Psoriasis deine Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Ein Nachteilsausgleich kann beispielsweise eine Verlängerung der Ausbildungszeit, eine Anpassung der Prüfungsbedingungen oder eine individuelle Betreuung sein. Sprich mit deiner Berufsschule oder der zuständigen Kammer über deine Möglichkeiten.

Schwerbehindertenausweis

Wenn deine Psoriasis deinen Alltag erheblich beeinträchtigt, kannst du einen Schwerbehindertenausweis beantragen. Mit einem Schwerbehindertenausweis hast du Anspruch auf bestimmte Leistungen und Vergünstigungen, wie beispielsweise einen besonderen Kündigungsschutz oder steuerliche Vorteile. Sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin über die Voraussetzungen für einen Schwerbehindertenausweis.

Recht auf Information und Beratung

Du hast das Recht, dich über deine Rechte und Möglichkeiten zu informieren und beraten zu lassen. Wende dich an die Berufsberatung, den Integrationsfachdienst, deine Gewerkschaft oder eine Selbsthilfegruppe. Diese Stellen können dich umfassend beraten und dir bei der Durchsetzung deiner Rechte helfen.

Inspiration und Motivation

Lass dich von deiner Psoriasis nicht entmutigen! Viele Menschen mit Psoriasis haben erfolgreich eine Ausbildung absolviert und ihren Traumjob gefunden. Sie haben gelernt, mit ihrer Erkrankung umzugehen und ihre Stärken zu nutzen. Glaube an dich selbst und deine Fähigkeiten. Mit der richtigen Vorbereitung, Unterstützung und dem Wissen um deine Rechte kannst auch du deine Ausbildung erfolgreich meistern und deine beruflichen Ziele erreichen. Denk daran: Deine Psoriasis definiert dich nicht. Du bist mehr als deine Erkrankung. Du bist ein Mensch mit Talenten, Stärken und Träumen. Nutze deine Potenziale und lass dich nicht aufhalten!

FAQ – Häufige Fragen zur Ausbildung mit Psoriasis

Muss ich meinen Ausbildungsbetrieb über meine Psoriasis informieren?

Grundsätzlich bist du nicht verpflichtet, deinen Ausbildungsbetrieb über deine Psoriasis zu informieren. Allerdings kann es sinnvoll sein, offen über deine Erkrankung zu sprechen, um Missverständnisse zu vermeiden und Unterstützung zu erhalten. Wenn du aufgrund deiner Psoriasis besondere Bedürfnisse hast, wie beispielsweise eine Anpassung des Arbeitsplatzes oder regelmäßige Arztbesuche, solltest du deinen Ausbildungsbetrieb informieren.

Kann ich aufgrund meiner Psoriasis abgelehnt werden?

Eine Ablehnung aufgrund deiner Psoriasis ist grundsätzlich unzulässig, da dies eine Diskriminierung darstellen würde. Allerdings kann es in bestimmten Berufen Einschränkungen geben, wenn deine Psoriasis deine Fähigkeit, die Arbeit auszuführen, erheblich beeinträchtigt. In diesem Fall muss dein Ausbildungsbetrieb jedoch nachweisen, dass es keine andere Möglichkeit gibt, deine Arbeit zu ermöglichen.

Was kann ich tun, wenn ich mich diskriminiert fühle?

Wenn du dich aufgrund deiner Psoriasis diskriminiert fühlst, solltest du dich zunächst an deinen Ausbilder oder deine Ausbilderin wenden und das Gespräch suchen. Wenn das nicht hilft, kannst du dich an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, deine Gewerkschaft oder einen Anwalt wenden. Sie können dich beraten und dir bei der Durchsetzung deiner Rechte helfen.

Habe ich Anspruch auf einen Nachteilsausgleich?

Ob du Anspruch auf einen Nachteilsausgleich hast, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise dem Schweregrad deiner Psoriasis und den Auswirkungen auf deine Leistungsfähigkeit. Sprich mit deiner Berufsschule oder der zuständigen Kammer über deine Möglichkeiten. Sie können dir sagen, ob du die Voraussetzungen für einen Nachteilsausgleich erfüllst und wie du ihn beantragen kannst.

Was passiert, wenn ich während meiner Ausbildung erkranke?

Wenn du während deiner Ausbildung erkrankst, hast du das Recht, dich krankzumelden. Du musst deinem Ausbildungsbetrieb unverzüglich eine Krankmeldung vorlegen. Bei längerer Krankheit hast du Anspruch auf Krankengeld. Informiere deinen Ausbildungsbetrieb über die voraussichtliche Dauer deiner Arbeitsunfähigkeit und halte ihn auf dem Laufenden. Sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin über deine Erkrankung und lass dich beraten, wie du deine Genesung unterstützen kannst.

Wo finde ich weitere Informationen und Unterstützung?

Es gibt zahlreiche Stellen, die dir weitere Informationen und Unterstützung bieten können. Wende dich an die Berufsberatung, den Integrationsfachdienst, deine Gewerkschaft oder eine Selbsthilfegruppe. Diese Stellen können dich umfassend beraten und dir bei der Bewältigung deiner Herausforderungen helfen. Auch im Internet findest du viele Informationen und Foren, in denen du dich mit anderen Betroffenen austauschen kannst.

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